Frauen verdienen 13 % weniger als Männer

Zwischen dem Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern klafft in Schleswig-Holstein eine Lücke von 2,65 Euro. Während Frauen im Norden im vergangenen Jahr durchschnittlich 17,50 Euro in der Stunde erhielten, bekamen Männer 20,15 Euro, wie das Statistikamt Nord berichtete. Damit betrug der Verdienstunterschied 13 %. In Deutschland insgesamt waren es im Durchschnitt 18 %.  Grund für die Verdienstdifferenz sind strukturelle Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So arbeiten Frauen häufiger in Branchen und Berufen mit schlechterer Bezahlung und darüber hinaus seltener in Führungspositionen. Hervorzuheben ist, dass Frauen aber auch mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien weniger verdienen als Männer. Von einer echten Gleichbehandlung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt ist man noch lange entfernt.

21.3.2014: Equal Pay Day

Der Equal Pay Day (EPD) ist der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen. Der Aktionstag in Deutschland markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, die in Deutschland seit Jahren nahezu unverändert bei insgesamt 22 Prozent liegen. Die Bundesrepublik bildet damit eines der Schlusslichter in der Europäischen Union, in der Frauen nach jüngsten Statistiken im Durchschnitt 17 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Der Aktionstag markiert den Zeitraum im Jahr, den Frauen bei gleichem Arbeitsvolumen und angenommen gleichem Stundenlohn (bezogen auf die Männer) ohne Bezahlung („für lau“) arbeiten: 22% von 365 Tagen = 80 Tage. 2014 findet der Equal Pay Day am 21. März statt.

Die Ursachen der Lohnlücke sind vielfältig. Im Wesentlichen sind es drei Punkte, die sich in vielen Studien als besonders prägend herausstellen:

  • Frauen fehlen in bestimmten Berufen, Branchen und auf den höheren Stufen der Karriereleiter
  • Frauen unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger familienbedingt als Männer. Die typisch weiblichen Biografiemuster mit ihren geschlechtsspezifischen Übergangs- und (Wieder-) Einstiegshemmnissen sind geprägt von lange nachwirkenden Einbußen bei der Lohn- und Einkommensentwicklung im Lebenslauf.
  • Individuelle und kollektive Lohnverhandlungen sind gekennzeichnet von Asymmetrien und Interessenskonstellationen, die der Durchsetzung gleicher Löhne für gleichwertige Arbeit von Frauen und Männern und dem Abbau der Entgeltlücke keine günstigen Voraussetzungen schaffen. Die Überwindung der traditionell schlechteren Bewertung und der prekären Ausgestaltung von Tätigkeiten und Berufen, die als Frauenberufe gelten oder die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, konnte unter diesen Umständen bislang nicht nachhaltig gelingen.

Ziel ist es daher, mit dem Equal Pay Day die Debatte über die Gründe der Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland in die Öffentlichkeit zu tragen, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, zu sensibilisieren und Entscheider zu mobilisieren, damit sich die Lohnschere schließt.

Für die Einführung des Equal Pay Day in Deutschland erhielten die Initiatorinnen 2009 den Innovationspreis „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“. Dr. Bettina Schleicher, Past-Präsidentin des BPW Germany und maßgeblich an der Einführung des Equal Pay Day in Deutschland beteiligt, erhielt 2009 für ihr ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz.