SI-Golf-Cup: Blitz und Donner führen zu großer Spendenbereitschaft

Benefiz-Golf-Turnier bringt 6.000 € für Schulprojekt „U.Sch.I“

Starkregen, Gewitter und Orkan drohten das Benefiz-Turnier ins Wasser fallen zu lassen, doch letztlich nutzten 76 Golfer aus 15 verschiedenen Clubs eine Schön-Wetter-Lücke und starteten zum 10ten Benefiz-Golf-Cup. Eingeladen hatte der Club „Kiel Baltica“ von Soroptimist International (SI), der größten Vereinigung berufstätiger Frauen. Der Erlös aus dem Benefiz-Turnier kommt wieder der Schulinitiative „U.Sch.I“ zugute, die alleinerziehenden Hartz-IV-Müttern ermöglicht, ihren Hauptschulabschluss nachzuholen, während ihre Kinder betreut werden. Am Ende konnten die Organisatorinnen Sabine Romann und Susan Timmann stolz einen Scheck über 6.000€ übergeben.

„Die Frauen, die sich als Erwachsene und Mütter aufmachen, den Hauptschulabschluss nachzuholen, haben alle schlimme Erlebnisse hinter sich, die zu einer bisher ungewöhnlichen Schulkarriere führten. Dank des U.Sch.I-Projekts bekommen sie eine zweite Chance“, erzählt Susan Timmann, eine der Organisatorinnen. „ Mit unserem Golf-Turnier ging es uns ein wenig, wie den U.Sch.I-Frauen: Weltuntergang prognostizierte die Wetter-App, 20 % der Spieler sagten am Vorabend ab, die Flights mussten kurzfristig umorganisiert werden und schließlich schien dann alles total ins Wasser zu fallen.

Als ich zu unserem Kitzeberger Golf Club kam, war es stockfinster. Es blitzte und hagelte. Dann setzte der Starkregen ein. Trotz der unwirtlichen Bedingungen fanden sich nach und nach die verbliebenen 80% der Spieler ein. Wir wussten nicht, ob der Platz überhaupt bespielbar ist. Erstmal wurde der Start des Turniers verschoben. Hilfe kam von allen Seiten. Das Wildgarten-Restaurant hatte Verständnis und erlaubte, dass die von den Clubschwestern hergestellten Köstlichkeiten des Halfway-Hauses aufgebaut und im Gaststättenbereich verzehrt werden. Der Golf-Club prüfte wohlwollend, die Platzverhältnisse, das Sekretariat half im Hintergrund. Das Chaos schien die potentiellen Spieler nicht zu stören. Es wurde geklönt, gegessen und getrunken. Das schöne Clubhaus gelobt und genetzwerkt. Die Stimmung war fröhlich. Ich glaube, es wurde noch nie so viel über SI und unser soziales Projekt gesprochen, wie diesmal.“

Schließlich gab es dann doch noch ein Golf-Turnier. Die Präsidentin des Golf Clubs Kitzeberg entdeckte auf ihrer Wetter-App eine zweieinhalbstündige Gewitterpause. Sie organisierte kurzer Hand einen Kanonenstart. Das 18-Loch-Turnier wurde auf 9 Loch reduziert und die Flights so hintereinander gelegt, dass sie sich nicht behinderten. Statt um 11:00 ging es um 14:00 Uhr auf den Platz, der den Regen gut aufgenommen hatte. Dank der hervorragenden Platzverhältnisse gab es kaum Beeinträchtigungen. Gespielt wurde Chapman Vierer. Nach der Runde wartete wunderbar gekühlter Riesling-Winzersekt sowie eine Gin-Bar auf die tapferen Golfer. Im Anschluss ließen sich rund 100 Gäste vom Golf-Restaurant Wildgarten von Dennis und Nicole bei einem fantastischen Grillbuffet verwöhnen und feierten bis in die Nacht.

Sieger gab es schließlich auch: Erstes Brutto: Katharina Bruch (GC Gut Grambek) und Thomas Brömsel (G&CC Bissenmoor) Platz 2: Renate und Thomas Scharafat (beide GC Kitzeberg) Platz 3: Esther Schütze und Martina Levecke (beide GC Kitzeberg). Erstes Netto Klasse A (bis 49,8) Rosemarie und Jörn Winterfeld (G &LC Uhlenhorst). Zweiter Platz: Hans-Lothar Bock und Michael Kirchhoff (Aukrug), Platz 3: Esther Schütze und Martina Levecke. In der Klasse Netto Klasse B (ab 49,9) siegten Telse Dahmke und Kirsten Bruhn (beide Kitzeberg), die gleichzeitig den Wanderpokal – einen antiken Golfschläger – gewannen. Platz 2: Björn Baumgarte und Eckhard Siegismund (GR Adendorf und Lüdersburg), Platz 3: Inge Tolksdorf und Wolfgang Weber (GC Kitzeberg) Nearest-to-the-Pin erzielten Marlene Wolfert (Gut Waldshagen) und Michael Rißmann (VcG).

Ermöglicht wurde das Turnier durch zahlreiche Schleswig-Holsteinische Unternehmen und private Spender, die für großzügige Preise, Spenden und eine riesige Tombola mit vielen wertigen Gewinnen sorgten.

Benefiz-Theater für Gerhart-Hauptmann-„Kultur-Schule“

Die Gerhart-Hauptmann-Schule liegt auf dem Kieler Ostufer, einem Stadtteil, in dem viele Menschen mit herausfordernden Lebensumständen zuhause sind. Die Schule leistet einen entscheidenden Beitrag zur Integration von Menschen unterschiedlichster Kulturen mit verschiedensten Sozialisationen. Im unterrichtlichen Handeln allein kann das nicht in ausreichendem Maße geschehen.  Die Gerhart-Hauptmann-Schule hat sich vor 15 Jahren entschieden, entscheidende Werte wie Selbstwirksamkeit, Toleranz und Respekt über Kulturprojekte zu erreichen. 2014 wurde die Schule zur Kulturschule des Landes Schleswig-Holstein ernannt. Damit einher ging eine dreijährige Förderung. Diese ist inzwischen ausgelaufen. Die Projektarbeit hat sich bewährt und zeigt große Erfolge.

Der SI-Club Kiel Baltica und der SI-Club Kiel entschlossen sich vor zwei Jahren die Aktivitäten der Schule zu unterstützen. Seit Jahren organisieren die beiden Clubs einen gemeinsam Besuch einer Exklusiv-Vorstellung im Werftpark-Theater mit Umtrunk und Fingerfood. Der Erlös kommt dem Projekt zugute. Für das Jahr 2018 konnten 850,00 Euro vom SI-Club Kiel Baltica gespendet werden.

Mit Hilfe der Spende wurde das Theater-Projekt „Ein Kind wird geboren“ realisiert. Ausgangspunkt dieser Projektarbeit war das Thema „Geburt“. Im Unterricht wurden dazu Fragen unter Berücksichtigung des kulturellen Kontextes behandelt und die Weihnachtsgeschichte dazu in Beziehung gesetzt. Eine spannende Auseinandersetzung mit diesem Thema! Aspekte wie Freude, Hoffnung, Toleranz und Wertschätzung standen im Vordergrund. Höhepunkt war ein „überkonfessionelles Krippenspiel“ im Dezember 2018 mit vielen außerschulischen Gästen. „Ohne die Unterstüztung des SI-Club Kiel Baltica hätte das Projekt nicht realisiert werden können. Dafür ein herzliches Dankeschön!“, sagte die Rektorin Sabine Camps.

Friendship-Link: Nationalfeiertag in Norwegen

Seit  mehr als 10 Jahren sind wir dem SI-Club Rygge freundschaftlich verbunden. Viele intensive Begegnungen hat es inzwischen gegeben, die mit unserer Reise im Mai zum Nationalfeiertag einen Höhepunkt erlebten. Am 16.Mai starteten 8 Clubschwestern aus Kiel nach Norwegen. Ein Teil wählte das Flugzeug, die anderen die Fähre. Nach einer gemütlichen Überfahrt wurden wir an Bord mit der feierlichen Nationalhymne „Ja, vi elsker dette landet“ und der Hymne auf den König „Kongesangen“ geweckt. Als wir am 17.5. norwegischen Boden betraten, waren wir mittendrin in den Feierlichkeiten des Nationalfeiertages. Ein Fahnenmeer aus Rot, Weiß und Blau empfing uns. An diesem Tag erinnern die Norweger an die Unterzeichnung der Verfassung im Jahr 1814. Der 17. Mai in Norwegen ist eine Party für alle. Noch nie habe ich so viele junge Frauen in Tracht gesehen, so viele Fähnchen schwingende Kinder. Denn überall im Land finden Kinderparaden statt, die – angeführt von Marschkapellen – durch die Orte ziehen. Rund 100.000 Menschen waren in Oslo. 100 Schulklassen zogen zum Königspalast, sangen und winkten mit ihren Flaggen und riefen „Hurra!“. In Oslo wird die Parade von der königlichen Familie in Empfang genommen, die den Massen zuwinkt. Wir standen sehr beeindruckt unter ihnen.

Am Abend waren wir privat eingeladen, um den Tag traditionell mit frisch gebackenen Brot, Rührei, Räucherlachs, Champagner, Erdbeeren und Kransekake und vielem mehr zu feiern.

 

 

 

 

 

Natürlich sahen wir auch viele Sehenswürdigkeiten wie Alby Gard, Kunstgalerie und die 900 Jahre alte Kirche von Rygge. SI-Höhepunkt war unser festliches Dinner im Konventions Gaarden, wo wir von den norwegischen Clubschwestern und Präsidentin Anne-Kristin empfangen wurden.

 

Unsere Präsidentin Doris Frese-Körner hielt eine umwerfende Rede und sorgte mit Ihrem Charme und ihrem perfektem Englisch dafür, dass uns größter Respekt gezollt wurde. Gemeinsam feierten wir mit lecker Essen und Trinken und fröhlichen Liedern.
Norwegen, wir werden wiederkommen.

Soroptimist International Deutschland wirbt für Europawahl

Serviceorganisation macht mit bundesweiten Aktionen auf die Bedeutung des Wahlrechts für Frauen aufmerksam – Wahlen weitere Chance, die Gleichstellung der Frau voranzutreiben – Kampagne wurde gemeinsam auf Europaebene entwickelt

[Kiel] – Mit einer bundesweiten Kampagne macht Soroptimist International Deutschland (SID), eine der größten Service-Organisationen berufstätiger Frauen, auf die bevorstehenden Europawahlen 2019 aufmerksam. Zahlreiche regionale Clubs von SID werden in den kommenden Wochen mit Postkarten und Plakaten an stark frequentierten Orten in den Innenstädten für eine hohe Wahlbeteiligung werben. Gabriele Zorn, Präsidentin von Soroptimist International Deutschland, erklärt: „Auch 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts haben wir im modernen Europa in Sachen Geschlechtergleichstellung noch einen großen Nachholbedarf. Deswegen ist es besonders wichtig, dass möglichst viele Frauen zur Wahl gehen.“ Die Europäische Union sei in den vergangenen Jahrzehnten stets ein starker Motor für die Frauenpolitik in den Mitgliedsländern gewesen, den es nun zu stärken gilt. Gabriele Zorn: „Solidarität, Zusammenhalt und interkulturelle Verständigung sind zutiefst europäische Werte und heute wichtiger denn je. Mit der gemeinsamen Aktion wollen wir auch für die europäische Idee werben.“ Doris Frese-Körner, Präsidentin des SI-Club Kiel Baltica, ergänzt: „Frauen stellen mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Europa, aber nur rund ein Drittel des Europäischen Parlaments. Das wollen wir ändern!“

Entwickelt wurde die Kampagne in Kooperation mit den europäischen Schwesterorganisationen von Soroptimist International, die Umsetzung erfolgt in vielen Ländern parallel. Ausdrücklich betont Soroptimist International Deutschland, keine Wahlempfehlung zu geben.

Lebensmittelallergien und -intoleranzen

Zum ersten offenen Meeting zugunsten des Schulprojekts „U.Sch.I“ trafen sich rund 40 Interessierte am 23.4.19 im Kieler Yacht Club. Dr. Petra Schulze-Lohmann Ernährungsexpertin, Sektionsleiterin, wissenschaftliche Leiterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. Sektion Schleswig-Holstein referierte zum Thema Lebensmittelallergien und -intoleranzen.

Sind wir heutzutage wirklich empfindlicher oder eignen wir uns Unverträglichkeiten an, weil wir von Ihnen gehört haben? Was bringen Glutenunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz bspw. wirklich mit sich? Das Thema ist komplex:

Was ist der Unterschied zwischen Nahrungsmittelallergie und Nahrungsmittelunverträglichkeit? Welche Faktoren können die Entstehung einer Lebensmittelallergie beeinflussen? Welche Zellen des Immunsystems spielen eine aktive Rolle bei allergischen Entzündungsreaktionen?

Allergien entstehen, weil das Immunsystem auf harmlose Stoffe mit unange­messenen und krank machenden Abwehrreaktionen reagiert. Viele Birkenpollenallergiker kennen das Problem, auch auf bestimmte Lebensmittel allergisch zu reagieren. Bestimmte Formen der Lebensmittel­allergie, wie die gegen Erdnüsse, können sogar lebensbedrohlich werden. Nicht mit einer Allergie verwechseln sollte man Lebensmittelunverträg­lichkeiten wie die auf Milchzucker (Laktose­intoleranz – im Gegensatz zur Milcheiweißallergie) oder Histamin.

Frau Dr. Schulze-Lohmann streifte umfassend die komplexe Thematik der Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die von allergischen Reaktionen über alters- und geographische Besonderheiten bis zu den nicht allergischen Unverträglichkeitsreaktionen reicht.

Schließlich beschäftigte sie sich mit nicht allergischen Lebensmittelunverträglichkeiten. Bei diesen Reaktionen handelt es sich nicht um grundlegende immunologische Störungen. Es kann sich beispielsweise um Probleme handeln, die auf Enzymdefekte zurückgehen, wie bei der Laktoseintoleranz (Probleme mit der Verwertung von Zucker). Bei anderen Formen wie der Histaminunverträg­lichkeit liegt kein definierter Enzymdefekt vor. Zusätzlich gab sie einen Überblick über die Rolle von „Zusatzstoffen“ – sowohl in verarbeiteten Lebensmitteln als auch als natürlich vorkommende Lebensmittelbestandteile – als Auslöser einer Unverträglichkeitsreaktion.

Summa summarum: viel geballter Stoff mit wichtigen Hinweisen für Betroffene. Die charmante Referentin schaffte es verständlich die komplexen Inhalte zu erklären und beantwortete geduldig alle Fragen. Der Abend war informativ. Die Co-Referate engagierter Zuhörerinnen sorgten nicht unbedingt für mehr Klarheit.

Tu felix Austria

7 Clubschwestern vom SI-Club Kiel Baltica, Antje, Anke, Dorit, Kati-Luzie, Nina, Sabine und Trixi machten sich am Freitag, 5. April in aller Herrgottsfrühe auf den Weg zum  Flughafen nach Hamburg, um von dort nach Wien zu fliegen. Das Ziel war der SI-Club Mödling. Dort gibt es jede Menge netter, fröhlicher, aktiver Clubschwestern, die einige der Nordlichter von Skiausflügen nach Kitzbühel kannten. Gleiche Interessen und große Sympathien trafen aufeinander, so dass ein Friendship-Link mit beiden Clubs geplant wurde. Am 5. 4. kamen nun die Kielerinnen, um die „Wienerinnen“ kennenzulernen.

Am Flughafen wurden wir von der Präsidentin Sabina Gurresch-Kanz und Ursi Gerstacker sehr herzlich und fröhlich in Empfang genommen und nach Mödling chauffiert. Im Café Kanzlei gab es gemeinsam mit vielen Mödlinger Clubschwestern ein spätes Frühstück, um dann frisch gestärkt die wunderschöne Mödlinger Innenstadt zu Fuß zu erkunden.

Im Clublokal Höldrichsmühle trafen wir auf weitere Clubsschwestern zum Empfang und Austausch von Präsenten. Schon in den ersten Stunden haben wir gemerkt, wie gut die beiden Clubs miteinander harmonieren. Als wenn wir uns alle schon lange kennen würden. Nach kurzer Erholungspause waren wir Gäste bei Gundula und ihrem Mann. In ihrem Atelier – dort werden alte Möbelstücke restauriert – ergaben sich bei leckerem Fingerfood wiederum  tolle Gespräche. Antje, Dorit und Sabine mussten sich mit ein paar Mödlinger Clubschwestern frühzeitig verabschieden, denn  der Besuch des großen Saales des Musikvereins in Wien mit einem schönen  Konzert von Brahms, Mozart und Liszt stand auf dem Programm. Ein wunderschöner Saal mit einer tollen Akustik. Der Abend klang aus im Hotel und nach 22 Stunden waren dann auch alle rechtschaffend müde.

Der Samstag startet mit einem Besuch in der Nationalbibliothek. Clubschwester Monika, verantwortlich für das Marketing, ermöglichte uns eine besondere Führung auch hinter die Kulissen. Da können die Bilder mehr sagen als tausend Worte. Nach einer kleinen Mittagspause im Weltmuseum wartete schon eine ebenfalls besondere Stadtführung auf uns. Durch kleine Gassen mit geschichtsträchtigen Häusern näherten wir uns wieder der Hofburg. Natürlich gehört auch ein Kaffeehausbesuch zum Wiener Stadtprogramm. Aber nicht das Sacher, wo eine ca. 100 m lange Menschenschlange, Einlass begehrte, sondern das Kaffeehaus Gerstner war unser Ziel.

Da am Sonntag Marathon in Wien stattfinden sollte mit ca. 35.000 Läufern, brauchten wir eine Weile, um aus der abgesperrten Stadt hinauszukommen. In Mödling ging es dann auch direkt zum Heurigen. So klang auch dieser Tag mit netten Gesprächen, Speisen und Wein fröhlich aus.

Am Sonntag fuhren wir mit der Bahn direkt zum Schloß Belvedere, um uns durch die Klimt Ausstellung führen zu lassen. Auch dieses Schloß ist sehr geschichtsträchtig, am 15. Mai 1955 wurde im Oberen Belvedere der Österreichische Staatsvertrag unterzeichnet.

Zurück in Mödling stärkten wir uns in einem höher gelegenen Ausflugslokal, Cobenzl. Ein letzter Spaziergang durch den Föhrenwald schloss sich an, bevor wir zurück zum Flughafen geshuttelt wurden. Beseelt von einem schönen Wochenende mit tollen Clubschwestern aus Mödling, haben wir uns überlegt, was wir denn bei einem Gegenbesuch alles planen könnten….

Ein ganz herzliches Dankeschön für die Gastfreundschaft und das tolle Programm!

 

 

Warmes Essen für alle Kinder

Gleichberechtigung und Lohngleichheit? Weiterhin eine Illusion!

Am heutigen 18. März „feiern“ wir den „Equal Pay Day“ (EPD) – ein Tag, den wir feiern müssen. Denn wahrlich würden wir auf diesen wenig erfreulichen Tag lieber verzichten. Er markiert nämlich den Zeitpunkt, ab dem Frauen in Deutschland statistisch gesehen Geld für ihre geleistete Arbeit verdienen. An den bisherigen 77 Tagen des Jahres 2019 wurden – so die Statistik – lediglich Männer entlohnt. Der sogenannte Gender Pay Gap, also der prozentuale Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von angestellten Männern und Frauen, beträgt sage und schreibe 21 Prozent.

Gabriele Zorn, Präsidentin Soroptimist International Deutschland nimmt dazu Stellung: „Es geht mir nicht darum, Neid oder Missgunst zu schüren, es geht auch nicht um Schuldzuweisungen. Es geht darum, dass sich etwas ändern muss!

Ungerechte Verteilung der Gehälter

Man sollte meinen, dass eine fortschrittliche Gesellschaft in Sachen Gleichstellung und Gleichberechtigung weiter ist. Diskriminierung und Ausgrenzung sollten in allen gesellschaftlichen Bereichen der Vergangenheit angehören. Der „Equal Pay Day“ zeigt, dass das leider nicht den Tatsachen entspricht.

Warum? Der sogenannte Gender Pay Gap beträgt in Deutschland, wie bereits erwähnt, unbereinigt 21 Prozent (EU-Durchschnitt: 16 Prozent). Laut Statistischem Bundesamt stehen dem durchschnittlichen Stundenbruttoverdienst der Männer von 21 Euro ein Wert von 16,59 Euro bei Frauen gegenüber. Sicherlich gibt es strukturelle Gründe und Erklärungen, die dieses Ungleichgewicht herbeiführen. Bevor ich auf diese eingehe, möchte ich Ihnen jedoch den bereinigten Gender Pay Gap näherbringen. Hier werden genau diese unterschiedlichen Gegebenheiten von Männern und Frauen herausgerechnet. Das Ergebnis: Frauen verdienen bei gleicher Tätigkeit und vergleichbarer Qualifikation immer noch sechs Prozent weniger. Für diese Zahl gibt es keine Erklärungen, keine Rechtfertigungen. In meinen Augen ist das blamabel für ein Land, das fortschrittlich und modern sein möchte.

Festgefahrene Strukturen müssen aufgebrochen werden

Noch problematischer, und hierauf möchte ich jetzt näher eingehen, sind festgefahrene strukturelle und gesellschaftliche Gegebenheiten, die für den derart gravierenden Lohnunterschied von über einem Fünftel verantwortlich sind. „Dann sollen Frauen doch Berufe wählen, in denen sie mehr verdienen.“ So oder so ähnlich lauten häufig die Argumente derer, die das Ausmaß der Ungleichbehandlung nicht in Gänze verstanden haben. Es gibt nämlich etliche Gründe, weshalb „Argumente“ wie dieses schlicht und ergreifend nicht ziehen.

•    Immer wieder werden familienbedingte Auszeiten der Frauen als Begründung für eine schlechtere Bezahlung ins Feld geführt. Die Kindererziehung oder das Pflegen von Angehörigen ist nach wie vor Frauensache – und ein wichtiger wie ehrenwerter Dienst an der Gesellschaft. Folglich ist es so, dass das Einkommen einer Frau mit der Geburt eines Kindes um über 75 Prozent sinkt, aber dann auch zehn Jahre später immer noch 60 Prozent unter dem ursprünglichen liegt.

•    Selbstverständlich führt auch die Berufswahl zu unterschiedlichen Gehältern, daran soll sich auch gar nichts ändern. Erschreckend ist allerdings ein Trend, den ZEIT ONLINE in einem Artikel aus dem vergangenen Jahr beschreibt: Kellner, Friseur, Apotheker oder Grundschullehrer – in all diesen einst männerdominierten Berufen kam es demnach „vor oder während der Feminisierung zu einem teils erheblichen Statusverlust“. Was das bedeutet? Steigt der Frauenanteil, sinkt das Gehalt. Für verschiedene Berufe ist das statistisch bewiesen, Wissenschaftler sprechen von einer Entwertung bezüglich des Ansehens und des Gehalts.

•    Daran knüpft eine andere Problematik an: die der Stereotypisierung vieler BerufsbilderGängige Stereotype müssen aufgebrochen werden! Das beginnt im Kindergarten, wo eben nicht nur der Junge, sondern auch das Mädchen Feuerwehr und Polizei spielen darf und endet in deutschen Dax-Konzernen, in denen es nach wie vor keinen weiblichen Vorstandschef gibt. Offenbart werden diese Stereotype besonders in den sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Nur 15 Prozent aller Beschäftigten in diesen Berufen sind weiblich, die Entwicklung stagniert seit 2013 nahezu. Hier möchte ich kurz an Claudia Kessler erinnern, die sich aktiv für Frauen in der Raumfahrt und MINT-Berufen einsetzt und am 8. März mit dem Soroptimist Deutschland Preis ausgezeichnet wurde.

Spürbare – und gefährliche – Folgen

Mit etlichen Zahlen ist zu belegen, dass diese strukturellen Gegebenheiten ernsthafte Gefahren birgen. Unter den 30- bis 50-Jährigen beispielsweise sind 88 Prozent der Männer in Vollzeit beschäftigt, aber nur 39 Prozent der Frauen. In der gleichen Altersgruppe verfügen 42 Prozent der Männer über ein Nettoeinkommen von mehr als 2.000 Euro, bei den Frauen sind es zehn Prozent – Zahlen, die sich dann im Alter drastisch auswirken: Etwa 8,6 Millionen Rentner erhielten Ende 2016 eine Altersrente von weniger als 800 Euro monatlich – 64 Prozent davon sind Frauen!

Unser Fünf-Punkte-Plan zur Beseitigung des Pay Gaps:

Wir von Soroptimist International Deutschland setzen uns seit jeher für die Verbesserung der Stellung der Frau ein. Deswegen fordern wir:

1)  Frauen, vernetzt Euch!

Nutzt endlich die Fähigkeit, die Euch auch abseits der öffentlichen Bühne auszeichnet, und kooperiert, statt jede für sich zu kämpfen. Sucht Euch Verbündete, bildet oder beteiligt Euch an Netzwerken (wie z. B. Soroptimist International Deutschland) und gebt Euch gegenseitig Ratschläge und Selbstvertrauen. Gemeinsam haben wir eine starke Stimme für unsere Rechte!

2)  Männer, unterstützt uns!

Hört auf, die Gleichstellung der Frau als Bedrohung zu empfinden, und erkennt die Potenziale der Gleichberechtigung, die durch unsere unterschiedlichen Fähigkeiten entstehen. Übernehmt auch bei der Hausarbeit Verantwortung. Und wenn ein Mann nachmittags aus dem Büro verschwindet, um sein Kind aus der Kita abzuholen, oder auch im höheren Management Elternzeit nimmt, sollte das akzeptiert statt belächelt werden!

3)  Politiker*innen, engagiert Euch!

Die oben genannten strukturellen Probleme zeigen: Ohne gesetzliche Rahmenbedingungen ändert sich zu wenig! Belasst es also nicht nur bei Lippenbekenntnissen und schafft endlich eine echte Gleichstellung zwischen Mann und Frau. Die Frauenquote funktioniert in Aufsichtsräten, warum also nicht auch in anderen Wirtschaftsbereichen? Gerade die Politik und der öffentliche Dienst sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen! Setzt den „Equal Pay“ endlich per Gesetz durch und belohnt es, wenn Männer und Frauen das Elterngeld und die Elternzeit in gleichen Teilen in Anspruch nehmen!

4)  Unternehmen, traut Euch!

Verankert das Thema „Gleichstellung der Geschlechter“ gleichermaßen in Eurer Unternehmensphilosophie und in Eurer Geschäftsstrategie und lebt einen echten Kulturwandel. Realisiert flexible und lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle, schafft Lohntransparenz und fördert die individuellen Kompetenzen von Männern UND Frauen. Auch die „Führung in Teilzeit“ sollte kein Tabu sein!

5)  Gesellschaft, verändere dich!

Mach deinen Kindern klar, dass sie alles werden können, was sie wollen, und dass kein Beruf dieser Welt nur den Jungs/Männern vorbehalten ist. Stärke die individuellen Talente statt auf das Geschlecht zu achten. Schaffe durch Dialoge, Aktionen, Ideen und Vorbilder ein Bewusstsein und die Bereitschaft für Veränderung! Denn: Gerechtigkeit sollte im Sinne ALLER Menschen sein!“

 

SI Deutschland Preis 2019 an Claudia Kessler

Bild oben: Dr. Gudrun Sievers-Flägel mit Preisträgerin Claudia Kessler und Gästen Bild unten: Preisübergabe mit (v.l.n.r.) Gabriele Zorn, Präsidentin SI Deutschland, Preisträgerin Claudia Kessler, Dietlind Grabe-Bolz, Oberbürgermeisterin Gießen Quelle: SI- Club Köln

Die „bemannte“ Raumfahrt wird in Deutschland scheinbar sehr wörtlich genommen: Elf deutsche Astronauten waren bereits im Weltall – und davon war keine einzige eine Frau! Die Initiative „Die erste deutsche Astronautin“ der Diplom-Ingenieurin in der Luft- und Raumfahrt Claudia Kessler möchte Mädchen und junge Frauen für technologische Berufe und Studienfächer begeistern. Und im Jahr 2020 soll mit der ersten deutschen Frau im Weltall die Ära der rein „bemannten“ deutschen Raumfahrt enden. Für dieses Engagement verleiht Soroptimist International Deutschland den Soroptimist Deutschland Preis 2019 an Claudia Kessler. Das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro fließt in die weitere Förderung des Projekts „Erste deutsche Astronautin gGmbH“.

 

Die feierliche Preisverleihung fand am Weltfrauentag, Freitag, den 8. März 2019, von 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr in der Universitätsaula der Justus-Liebig-Universität Gießen (Ludwigstraße 23, 35390 Gießen) statt.

Die Auszeichnung von Soroptimist International Deutschland ehrt zweijährlich Frauen, Männer oder Organisationen, die sich durch ihr Wirken auf besondere Weise um die Verbesserung der Stellung der Frau in der Gesellschaft verdient gemacht haben. „Kein Beruf auf dieser Welt sollte nur einer Hälfte der Menschheit vorenthalten sein. Claudia Kessler setzt sich mit ausgeprägter Expertise und überzeugender Hartnäckigkeit dafür ein, dass das Geschlecht bei der Berufswahl keine Rolle spielen darf“, begründet Gabriele Zorn, Präsidentin von Soroptimist International Deutschland, die Wahl Claudia Kesslers. Die Schirmherrschaft für den Preis hat Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, übernommen.

Seit über 30 Jahren engagiert sich Claudia Kessler auf vielfältige Weise für die Gleichberechtigung der Frau und die Diversität in technologischen Berufen. Bereits 2009 gründete sie das mittlerweile 500 Mitglieder starke Netzwerk „Women in Aerospace Europe“ (WIA-E), außerdem ist sie Mitglied des Senats der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) und der International Aeronautical Academy (IAA). Mit der Gründung der Stiftung „Erste deutsche Astronautin“ verfolgt sie zum einen das Ziel, im Jahr 2020 der ersten  deutschen Astronautin einen Flug auf die Internationale Raumstation ISS zu ermöglichen. Andererseits möchte Claudia Kessler Mädchen und jungen Frauen den Bereich der sogenannten MINT-Berufe (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) näherbringen und ihnen den Glauben an die eigene Stärke vermitteln. „Für die erfolgreiche Gegenwart und Zukunft eines Menschen sollten weder der persönliche Hintergrund, die Herkunft noch jegliche weiteren diskriminierenden oder kategorisierenden Merkmale ausschlaggebend sein. Der Soroptimist Deutschland Preis ermöglicht es uns, diesem Ziel wieder ein Stück näher zu kommen“, so die Preisträgerin.

Jahreshauptversammlung SI-Club Kiel Baltica

Das jährliche Pflichtmeeting, in dem sich die Clubschwestern treffen, um  Amtsträgerinnen zu wählen, wichtige Entscheidungen zu fällen, über das soziale Projekt abzustimmen und sich zu einigen welches Votum die Delegierte des Clubs auf der Jahreshauptversammlung von SI-Deutschland abzugeben hat, fand dieses Jahr schon am 22.1.19 statt.

Die Präsidentin eröffnete die Versammlung. Nach den Berichten des Vorstands und der Kassenprüferin für den Zeitraum 1.10.17 – 30.9.18 erfolgte einstimmig die Entlastung des Vorstands. Danach wurde gewählt. Um Kontinuität zu wahren, wählt der SI-Club Kiel Baltica nicht alle Amtsträgerinnen turnusmäßig alle zwei Jahre, sondern einige „zwischen den Jahren“. Hierzu gehören z.B. die Schriftführerin, die Delegierte SID sowie die Kassenprüferin. Dann wurde über die Beschlüsse für die JHV SID abgestimmt, die vom 23.2. bis 24.2.2019 stattfindet. Wie immer waren alle Clubschwestern bestens vorbereitet, so dass – bis auf wenige Anträge – ohne Diskussion die Meinungsbildung festgehalten werden konnte.

Spannend wurde es noch mal, als über das soziale Projekt abgestimmt wurde. Nach ausführlicher sachlicher Diskussion viel die Entscheidung einstimmig auf U.Sch.I – unsere Schulinitiative. Wir werden auch im nächsten Jahr diese Schulinitiative unterstützen und alle unsere Aktivitäten bündeln, um möglichst viel Geld spenden zu können.

Auch wenn es bei diesem Meeting formal zugeht und weniger gelacht wird, als sonst bei den Monatsmeetings, war es eine sehr positive Veranstaltung. Wir danken unserer  Präsidentin für die konstruktive, wertschätzende Sitzungsleitung.