World Café Bezirkstreffen 4.7.15

Jeweils 30 Minuten widmenten sich rund 60 Soroptimistinnen anläßlich dem Bezirkstreffen dem Thema Mentoring.

Frage 1: In welcher Situation könnte mir Mentoring helfen?

Antwort:

Vor allem in bestimmten Problemsituation – im Alltag, Beruf Familie, Alter, Übernahme einer  neuen Aufgabe, Wiedereinstieg oder ein neues Team. Insgesamt nannten viele Situation, bei denen ein liebevoller ehrlicher Blick von außen hilft – wenn man den Wald vor Bäumen nicht mehr sieht. Mit Mentoring kann man sich ein hilfreiches Netzwerk schaffen und hat vor allem  die Gewissheit: man ist nicht mehr allein.

Viel genannt wurden auch Weggabelungen –  also Wendepunkte im Leben und in der Karriere. An denen man jemand auf Augenhöhe braucht, der einen an der Hand nimmt und sagt, komm, ich geh den Weg mit dir und stärke dir den Rücken.

Frage 2: Was muss ein Mentor, eine Mentorin haben und können?

Antwort:

Er oder sie muss vor allem offen sein – offen gegenüber den Problemen des Mentees, aber auch im Feedback und im Teilen eigener Erfahrung und vor allem auch eigenen Misserfolgen.

Bei aller Sympathie braucht der Mentor trotzdem professionelle Distanz, damit der Blick von außen auch wirklich funktioniert.

Er oder sie sollte Führungserfahrung haben, aber auch eine gute Führungspersönlichkeit sein, um dem Mentee ein positives Vorbild zu liefern. Er oder sie sollte gut vernetzt sein, um Türen zu öffnen und gegebenenfalls auch die Erfahrung von anderen mit einzubeziehen.

Ein guter Mentor braucht Softskills, und zwar die, die wir Frauen meistens ohnehin haben: Wertschätzung, Einfühlungsvermögen, Geduld, Zuverlässigkeit, Unabhängigkeit. Und vor allen Dingen Zeit. Augenhöhe ist ebenfalls wichtig – denn es ist ein Tandem, keine Fahrrad-Rikscha.

Frage 3: Was könnte ich persönlich durch ein Mentoring mehr erreichen?

Antwort:

In der Rolle als Mentor kann man mal die Perspektive wechseln, sich raus aus der eigenen Komfortzone bewegen, sich selbst reflektieren und weiterentwickeln um neue Impulse zu bekommen.

So lässt sich das Selbstbewusstsein stärken und Anerkennung bekommen, woraus wiederum eigene Zufriedenheit resultiert. Als Mentor nutzt man eigene Stärken und Kompetenzen, die sonst brachen hin.

Und ein ganz wichtiger Punkt: Man fördert Frauen. Denn in dem wir uns gegenseitig den Rücken stärken, ebnen wir den Weg für alle Frauen zu mehr  Verantwortung und Macht.

Frage 4: Wie könnte das SI-Mentoring-programm noch mehr frauen ansprechen?

Antwort:

Zur Stärkung des Mentoring Programms könnten die Clubs vor Ort  verpflichtend einen festen Beitrag leisten, ähnlich wie es bereits beim Hilfsfonds ist. Eine Kontaktperson oder Beauftragte für Mentoring könnte in jeden Club installiert werden. Mit Veranstaltungen speziell zum Thema, Info-Abenden, Vorträgen oder zweckgebundenen Sammlungen  kann man das Thema immer wieder in die Öffentlichkeit bringen.

Das Programm an sich könnte mehr Aufmerksamkeit bekommen, wenn man es für andere Altersgruppen öffnet – zum Beispiel für Wiedereinsteigerinnen oder für handwerkliche Berufe. Das Programm ließe sich Regionalisieren und könnte so auf Bezirksebene mehr Plätze bieten.

Vor allem aber ist es jeder von uns, die ihren Beitrag leisten kann: redet über das Bezirkstreffen, erzählt  in euren Clubs, bei der Arbeit, im Bekanntenkreis vom Mentoring-Programm und euren Eindrücken. Berichtet in sozialen Netzwerken, sprecht potenzielle Mentees an – und denkt selbst mal darüber nach, ob ihr nicht als Mentorin jungen Frauen zur Seite stehen wollt.